{"id":94,"date":"2015-03-19T11:07:12","date_gmt":"2015-03-19T11:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/wertbegegnung.de\/?p=94"},"modified":"2015-03-19T11:08:29","modified_gmt":"2015-03-19T11:08:29","slug":"iv-rueckfragen-zum-bisherigen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wertbegegnung.de\/?p=94","title":{"rendered":"Teil IV R\u00fcckfragen zum bisherigen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Im\u00a0 Teil IV hatte ich geplant, \u00fcber praktische Dinge zu sprechen, die beim Gespr\u00e4ch helfen k\u00f6nnen. Nun gab es R\u00fcckfragen, die ich nicht \u00fcbergehen m\u00f6chte. Ich bin sehr dankbar daf\u00fcr, denn einen Blog \u00fcber Kommunikation ohne Kommunikation w\u00e4re ein trauriges Ding.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier das erste Thema das mir wichtig war:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>A) Wie werde ich Person, wenn im normalen Leben niemand auf diese Weise (wie der Michel angesprochen wurde) mit mir spricht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gar nicht. Wenn es nicht geschieht habe ich Pech gehabt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann mich mir nicht selbst geben. Aber ich bin ja &#8211; also wo ist das Problem? Woher die Unruhe, ja Angst. Ich bin &#8211; aber ich habe es nicht in der Hand zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was w\u00e4re das auch f\u00fcr ein Sein (ein Leben), das entscheidend von mir ab h\u00e4ngt? Es w\u00e4re \u00e4hnlich der Geschichte des Grafen von M\u00fcnchhausen, der sich, nach eigenem Bekunden, selbst am Schopf aus dem Sumpf gezogen hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier die Geschichte einmal selbst:<\/p>\n<h2 style=\"text-align: justify;\"><em>Als ich mich einmal selbst aus dem Sumpf befreite<\/em><\/h2>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wer je bei einem Ausflug in einem Sumpf zu versinken droht, der sollte sich an diese Geschichte erinnern, die ich wirklich erlebt habe. Bei einem Ausflug gerieten mein Pferd und ich eines Tages in sumpfiges Terrain. Aber wir mussten da durch, es gab keinen anderen Weg zu unserem Ziel. Durchlaufen konnten wir den Sumpf nat\u00fcrlich nicht, also mussten wir das Hindernis \u00fcberspringen.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Den ersten Anlauf hatte ich allerdings zu kurz berechnet. Im Flug machten wir kehrt und landeten sicher auf der Stelle, von der aus wir abgesprungen waren. Wir setzen zum zweiten Sprung an &#8211; doch dieses Mal konnten wir nicht in der Luft wenden und landeten unsanft auf dem morastigen Untergrund.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Mein Pferd und ich w\u00e4ren hoffnungslos versunken, wenn ich es nicht geschafft h\u00e4tte, mich an meinem eigenen Haarschopf aus dem Sumpf zu ziehen. Dass ich dadurch auch mein treues Pferd gerettet habe, versteht sich ja von selbst. Es kann eben doch von Vorteil sein, wenn man einen gut trainierten K\u00f6rper hat. (Quelle: Labbe.de)<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jetzt aber zur\u00fcck zum Ph\u00e4nomen. W\u00e4re es sch\u00f6n, \u201esich selbst zu konstituieren\u201c, also Ursache seiner selbst zu sein?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn ich mir selbst meinen Wert gebe, brauche ich nicht warten, ob ein anderer mir diesen Wert gibt. Das klingt erst einmal gut, beruhigt irgendwie. Jedoch: W\u00fcrde ein anderer mir Wertsch\u00e4tzung, Aufmerksamkeit oder Liebe entgegenbringen &#8211; w\u00e4re es mir dann eigentlich nicht wichtig. Eigentlich w\u00e4re der andere insgesamt nicht sehr wichtig. Alles w\u00e4re irgendwie wie ein Spiel &#8211; ich k\u00f6nnte es spielen, dass hei\u00dft, mich \u00fcber die Begegnung mit dem anderen freuen &#8211; br\u00e4uchte es aber nicht. Eben wie bei einem Spiel. Ich kann es tun, es macht auch Spa\u00df, aber es ist nicht das eigentliche Leben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade dass, was wirklich wertvoll ist, erh\u00e4lt seinen Wert auch dadurch, dass es nicht verf\u00fcgbar ist. Es kann nur geschenkt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Darf denn dieses angewiesen sein auf das geschenkt werden so weit gehen, das es mein ganzes Da-sein, meine Existenz betrifft?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber gilt es nach zu denken. Nicht aus dem spontanen Gef\u00fchl heraus, sondern in aller Konsequenz.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manche Menschen sagen, sie h\u00e4tten keine Angst vor dem Tod. Wie k\u00f6nnte Leben Leben hei\u00dfen, wenn es nicht um sich selbst k\u00e4mpfen w\u00fcrde, sich selbst wollen w\u00fcrde? Und die Motivation (die emotionale Kraftquelle)\u00a0 f\u00fcr den Kampf ist Lebensfreude und Todesangst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Person sein h\u00e4ngt am \u201egesehen\u201c sein, in unserem weiter oben beschriebenen Sinn (angesprochen sein ist ein Folge davon).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gesehen werde ich von einem anderen. Dieser aber kann schauen ohne zu sehen, sehen ist der aktive Teil (noch besser im Begriff \u201eErkennen\u201c deutlich). Er ist frei zu sehen, zu erkennen. Wenn ich machen k\u00f6nnte (oder w\u00fcrde) das er mich sieht (anspricht) w\u00e4re dieser nicht mehr frei in seiner Begegnung zu mir. Er w\u00e4re nicht mehr Person (in diesem Zusammenhang). Von einer Nicht-Person gesehen zu werden bedeutet, auch nicht als Person gesehen zu werden. Es n\u00fctzt mir also nichts. Nur Person kann Person begegnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">W\u00fcrde ich \u00fcber mich verf\u00fcgen k\u00f6nnen, g\u00e4be es mich als Person also gar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist sehr kurz formuliert: Dies tiefer zu erfassen w\u00e4re ein Seminar wert \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte nicht vers\u00e4umen noch kurz zu sagen, wie ich das Problem f\u00fcr gel\u00f6st halte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Ph\u00e4nomen \u201ePerson sein\u201c ist nicht durch eine einzelne Person l\u00f6sbar, sondern nur durch mindestens zwei. Und meine Aufgabe als der eine, ist es, allein den anderen Person sein zu lassen, indem ich ihn wahrnehme (was \u00fcber Begegnung &#8211; Kommunikation geschieht). Sobald ich meine Absicht darin lege, gesehen zu werden, verliere ich den anderen aus dem Blick. Hier haben wir drei Dinge verbunden, die nur gemeinsam g\u00fcltig sind: Glaube, Liebe, Hoffnung. Der Glaube hofft in der Liebe auch sich selbst zu finden ohne sich zu suchen. Seine Intention aber ist der andere.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ist doch ganz einfach &#8211; oder?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ohne Glaube ist es also unm\u00f6glich sich selbst zu finden. Genauso ohne Liebe. Die Hoffnung gibt mir die Kraft, von dem Erkennen dieses beunruhigenden Umstandes aus, den Sprung zu wagen sich selbst zu verlassen &#8211; nicht um sich selbst zu gewinnen (als eine Art Gesch\u00e4ft) sondern sich der Liebe hinzugeben, die den anderen will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Warum das im Alltag oft nicht so einfach ist, dar\u00fcber sollten wir noch sprechen. Aber auch, von der Herrlichkeit dem anderen Gegen\u00fcbersein zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis dann<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr Andreas Braun<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Weitere Themen, die angesprochen wurden und zu denen ich mich gern \u00e4u\u00dfern werde:<\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>B) Warum will ich MICH loslassen &#8211; was hei\u00dft Proklamation von Grundwerten<\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>C) Im Ausgeliefert sein &#8211; keine Zeit zum \u201eTherapeutischen\u201c Gespr\u00e4ch<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im\u00a0 Teil IV hatte ich geplant, \u00fcber praktische Dinge zu sprechen, die beim Gespr\u00e4ch helfen k\u00f6nnen. Nun gab es R\u00fcckfragen, die ich nicht \u00fcbergehen m\u00f6chte. 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