{"id":88,"date":"2015-03-06T14:52:05","date_gmt":"2015-03-06T14:52:05","guid":{"rendered":"http:\/\/wertbegegnung.de\/?p=88"},"modified":"2015-03-16T09:31:17","modified_gmt":"2015-03-16T09:31:17","slug":"teil-iii-hoert-da-jemand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wertbegegnung.de\/?p=88","title":{"rendered":"Teil III  &#8211; H\u00f6rt da jemand?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ich sitze in einer Gruppe. Wir sprechen ernst \u00fcber Probleme, die es in dieser Gruppe gibt. Unterschiedliche Erwartungen, unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse, Befindlichkeiten. Seit Jahrzehnten treffen wir uns, wir kennen einander, wir sch\u00e4tzen jeden Einzelnen. Und doch:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach 30 Minuten ist die Stimmung ziemlich im Keller. Ich f\u00fchle mich nicht verstanden, nicht geh\u00f6rt, nicht so akzeptiert wie ich bin &#8211; einem anderen geht es ebenso. Viele aus der Gruppe dr\u00fccken uns ihr Unverst\u00e4ndnis aus, es werden immer wieder neue Ans\u00e4tze gemacht, dass \u201eDu (gemeint bin ich) doch endlich mal verstehst\u201c. Ich sp\u00fcre meinen starken Wunsch mit meinem Anliegen durchzudringen &#8211; ohne Erfolg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da f\u00e4llt mir mein Blog ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich erinnere mich: Es geht nicht nur darum, dem anderen zuzuh\u00f6ren. Es geht darum, dem anderen zu erlauben mich zu ver\u00e4ndern. Oh &#8211; mich? Wo ich doch recht habe? Wo doch mein Anliegen so wertvoll und n\u00f6tig ist? Wo ich doch die anderen zu verstehen meine, dasselbe aber nicht von ihnen vermute?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was jetzt?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst gilt es, die Frage <em>eins<\/em> zu kl\u00e4ren: Was ist mein eigentliches Anliegen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verhalte mich wie einer, der mit seiner Botschaft durchdringen will. Meine Gedanken kreisen genau darum. Ist das mein Anliegen? &#8211; Naja, es w\u00fcrde mich schon sehr kr\u00e4nken dieses mein Bem\u00fchen um eine Verbesserung als \u201eFehler\u201c wahrzunehmen. Gerade nachdem ich mich damit so aus dem Fenster gelehnt habe. Wo ich doch so Recht habe. Ein Fehler?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es geht mir offenbar auch um mich selbst, in meinem <em>Eigenen<\/em>, in meinem <em>Selbstwertgef\u00fchl<\/em>. Das Eigene nun zu lassen &#8211; das w\u00fcrde mich verletzbar und gef\u00e4hrdet machen. Es st\u00e4nde im Raum \u201edas haben wir dir doch gleich gesagt\u201c. Ich sp\u00fcre wie ich das Gef\u00fchl bekomme, auf diese Weise sogar in eine bestimmte Rolle zu kommen. Die Rolle dessen, der die Dinge falsch sieht &#8211; &#8222;hat man ja erlebt&#8220;. Kann ich das ertragen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kann ich loslassen mich um mich selbst zu sorgen? Werde ich gehalten wenn ich mich nicht selbst halte? Gibt es eine Wirksamkeit die wirkt, h\u00e4lt und rettet, wenn ich das Zepter aus der Hand lege?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Antwort auf Frage <em>eins <\/em>hatte ich hier, in diesem Blog unter dem Aspekt \u201eSelbstwerdung\u201c genannt. Michel wurde Michel weil er von anderen als Michel angesprochen wurde. Lebendig sein, wachsen und der werden, der ich sein soll, geschieht durch Begegnung, die mich ver\u00e4ndert. Zulassen, dass etwas weggenommen wird, damit Raum f\u00fcr neues ist. Und dieses Neue ist das Wesen des Mensch seins, des Person seins. Also des Wertvollsten \u00fcberhaupt. Ja, ich halte daran fest.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ist eigentlich das Anliegen hinter dem formulierten Anliegen der Gruppe? Vielleicht: Sieh uns an, sieh mich an. Deine Interventionen \u00fcberfordern mich\/uns, lassen mir nicht den Freiraum die Dinge selbst zu entdecken. Sie geben mir das Gef\u00fchl nicht richtig zu sein. Ich habe das noch nie gedacht, wovon du sprichst &#8211; soll ich es denn so von Dir nehmen. Wo bleibe ich?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, m\u00f6glicherweise sp\u00fcren sie, was ich sp\u00fcre. Die Sorge um das Selbst. Die Angst sich dem anderen auszuliefern, die Kontrolle zu verlieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich sp\u00fcre jetzt, dass ich nicht auf die T\u00fcr warte, die nur angelehnt ist und zum Eintritt auffordert, sondern an eine T\u00fcr klopfe die aktuell geschlossen ist. Ich suche nicht nach dem aktuellen, scheinbar sehr kleinen im Anliegen des Anderen, sondern weise ihn auf das dahinter liegende hin &#8211; das will er aber gar nicht h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie sollte ich erwarten, dass der andere tut, was ich nicht tue &#8211; die Kontrolle los zu lassen, zu Vertrauen ohne eigene Sicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht spiegelt mein Kampf um das Vertrauen der anderen sogar meinen Kampf mit mir selbst um eben dieses Vertrauen. Eine Art Stellvertreterkrieg? Aber: Allein \u00fcber mich bin ich Herr. Nur was ich an mir \u00e4ndere \u00e4ndert etwas.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Spatz in der Hand (mich um meinen Wert selbst k\u00fcmmern) ist besser als die Taube auf dem Dach (den Selbstwert im Vertrauen auf etwas au\u00dferhalb von mir empfangen). Ist das so? Ist nicht vielmehr der Spatz nur die Wegzehrung auf dem Weg zur Taube? Oder sogar: Ist nicht dieser Spatz der eigentliche Hinderungsgrund f\u00fcr lebendiges Leben?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich sitze in einer Gruppe. Wir sprechen ernst \u00fcber Probleme, die es in dieser Gruppe gibt. Unterschiedliche Erwartungen, unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse, Befindlichkeiten. Seit Jahrzehnten treffen wir uns, wir kennen einander, wir sch\u00e4tzen jeden Einzelnen. 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