{"id":80,"date":"2015-02-26T12:40:41","date_gmt":"2015-02-26T12:40:41","guid":{"rendered":"http:\/\/wertbegegnung.de\/?p=80"},"modified":"2015-02-26T12:40:41","modified_gmt":"2015-02-26T12:40:41","slug":"teil-ii-kommunikation-gespraech-begegnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wertbegegnung.de\/?p=80","title":{"rendered":"Teil II  Kommunikation &#8211; Gespr\u00e4ch &#8211; Begegnung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Sprechen ist <em>eine<\/em> Form der Kommunikation neben anderen. Schnell entsteht die unbewusste Annahme, Gespr\u00e4ch w\u00e4re <em>die <\/em>Methode der pers\u00f6nlichen Kommunikation schlechthin. Wir wissen aber, dass das nicht so ist. Damit meine ich hier weniger den Umstand, dass Non-verbale Kommunikation bekanntlich die verbale Kommunikation (also das Sprechen) bei weitem \u00fcbertrifft, was Inhalt und \u00dcberzeugung betrifft.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was ich meine wird deutlich, wenn ich auf das eigentliche Anliegen hinter dem Mittel schaue: Gespr\u00e4ch ist ein Werkzeug, ein Mittel, eine Methode &#8211; <span style=\"text-decoration: underline;\">aber von was<\/span>?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man k\u00f6nnte meinen das ist doch v\u00f6llig klar. Aber \u00fcber Selbstverst\u00e4ndlichkeiten nachzudenken ist\u00a0 schwer &#8211; jedoch auch sehr\u00a0 fruchtbar. Es ist ja selbstverst\u00e4ndlich, das ein Gespr\u00e4ch nicht um seiner selbst willen erfolgt (von Ausnahmen abgesehen). Also um was geht es?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0 \u00a0 \u00a0Spontan kommt da das <span style=\"color: #993366;\">Erreichen eines Zieles<\/span> in den Sinn, ein Ziel, das ich gerne durch das Gespr\u00e4ch bef\u00f6rdern m\u00f6chte &#8211; also einen Zweck. Im ersten Teil (vom 19.2.15) habe ich schon angedeutet, dass Zweckerf\u00fcllung\u00a0 oft n\u00f6tig ist &#8211; aber nicht das Eigent\u00fcmliche eines Gespr\u00e4chs ausmacht, das, was nur durch Gespr\u00e4ch entstehen kann. Ich habe Begriffe wie personale Begegnung genannt und das Geheimnis der \u201ePersonstiftung\u201c\u00a0 umschrieben (Michel wird durch Ansprache zur Person).\u00a0 Zuvor kommt mir noch etwas in die Quere:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0 \u00a0Wie ein Hintergrundrauschen geht es in einem Gespr\u00e4ch meist noch um mein sich deutlich regendes <span style=\"color: #993366;\">ICH<\/span>:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>ICH<\/em> m\u00f6chte gesehen werden, bemerkt und geachtet werden. <em>ICH<\/em> m\u00f6chte dar\u00fcber hinaus bedeutsam sein (nicht im Sinne von ber\u00fchmt, aber im Sinne von einmalig, n\u00f6tig, mittragend usw.).\u00a0 Ein Mangel dieser Dinge \u00fcberlagert auf Dauer alle anderen Bed\u00fcrfnisse. Es entsteht eine Art Tonus der inneren Haltung, der Befindlichkeit. Mit dieser bewussten oder unbewussten Haltung begegne ich nun Menschen und finde mich in einer Kommunikationssituation vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und sind nicht viele, ja sehr viele Probleme in der Kommunikation, im Gespr\u00e4ch durch diese Haltung belastet?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Um was geht es dem Gespr\u00e4ch?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir geht es um das werden meiner selbst, das je nicht machbare das sich ereignet in der freien Begegnung mit einem DU. \u00a0Und damit um auch das offenbar untrennbar verkn\u00fcpfte werden meines Gegen\u00fcbers.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um dieses sch\u00f6ne, abstrakte Aussage ein wenig mit Leben zu f\u00fcllen m\u00f6chte ich konkrete Dinge nennen, die sich daraus ergeben. Bei allem geht es darum diese Gedanken im Herzen zu halten. In einem weiteren Schritt schaue ich sp\u00e4ter noch genauer auf die Herzenshaltung hinter den Schwierigkeiten dies zu praktizieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>\u00a0Genau sein<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da wir gerade in ein neues Haus ziehen, hier ein praktisches Beispiel. F\u00fcr die beiden Schrauben in der Mitte des Bildes suche ich das passende Schraubwerkzeug &#8211; kurz: ein Bit. Die Bits in der gr\u00fcnen Box passen gar nicht. Aber auch wenn ich richtigerweise einen<\/p>\n<div id=\"attachment_81\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Bsp-Werkzeug.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-81\" class=\"size-medium wp-image-81\" src=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Bsp-Werkzeug-300x225.jpg\" alt=\"Welches Bit ist richtig?\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Bsp-Werkzeug-300x225.jpg 300w, https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Bsp-Werkzeug.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-81\" class=\"wp-caption-text\">Welches Bit ist richtig?<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\">Kreuzschlitz aus der orangen Box w\u00e4hle, kommt es nun auch auf die Gr\u00f6\u00dfe an. Eine falsche Gr\u00f6\u00dfe reduziert den Erfolg, die Schraube geht nicht richtig rein \u00a0und kann zudem \u201evergnaddeln\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Benutze ich in meiner Sprache ungenaue Begriffe oder h\u00f6re nur ungenau zu kommt es nicht nur zu Missverst\u00e4ndnissen sondern schnell auch zu Verletzungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit h\u00e4ngt ein weiterer Punkt zusammen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>&#8211; Sehr ernst nehmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal bin ich zu bequem, das Bit, welches sich gerade im Schraubenzieher befindet, f\u00fcr eine andere Schraube zu wechseln. Ich m\u00fcsste von der Leiter steigen, ein anderes Bit suchen und wieder zur\u00fcck auf die Leiter steigen. Ich nehme die Schraube also nicht so ernst. In einem Einzelfall ist der Schaden evtl. zu verschmerzen. Auf Dauer aber besch\u00e4dige ich m\u00f6glicherweise mein Werkzeug &#8211; und mit dem kaputten Werkzeug dann die n\u00e4chsten Werkst\u00fccke (Schrauben). Dann steht evtl. eine Schraube vor, ich bekomme sich nicht vor und zur\u00fcck weil sie durch das kaputte Werkzeug auch schon besch\u00e4digt ist &#8211; das geht dann beim Verspachteln gar nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Begriffe,<\/em> die nicht genau sind, <em>\u201egreifen<\/em>\u201c nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ernst nehmen des Anderen &#8211; hier ein paar Aspekte:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Warten bis der andere ausgeredet hat (kein: \u201e\u2026ich wei\u00df schon..\u201c).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Auch das genau, nehmen was nicht in meine Vorannahme passt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Vermuten, dass der andere meint was er sagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Auch das Ablehnen einer (verbalen) Kommunikation akzeptieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Wortverst\u00e4ndnis\u00a0(<em>Begriffsverst\u00e4ndnis<\/em>)\u00a0erfragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Pausen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Manchmal ist es emotional schwer, fast unm\u00f6glich, sich von sich selbst, vom eigenen ICH, zu l\u00f6sen, um dem anderen im Gespr\u00e4ch Raum zu geben. Was aber vielleicht noch m\u00f6glich ist, ist, einen Moment zu schweigen. Ein Schweigen, das nicht zur Sammlung von eigenen Argumenten dient. Schweigen hier als Respekt vor dem Anderen, ein Gewicht geben dem, was schon gesagt wurde. Und auch: ein Ein\u00fcben von nicht-sagen-m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Weniger<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein gro\u00dfes Thema, ich deute nur ein paar Aspekte an, die mir wichtig sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Weniger Argumente.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Weniger Stimmvolumen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Weniger eigenen Gespr\u00e4chsanteil.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211; Weniger wollen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier halte ich inne &#8211; denn dieses <em>Weniger<\/em> entsteht nicht aus dem beachten einer Liste &#8211; sondern aus einem inneren Verm\u00f6gen &#8211; und dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte noch einmal zum Anfang zur\u00fcck: Gespr\u00e4ch ist eine Form der Kommunikation, eine andere die <em>Haltung<\/em> in meinem Inneren. Um diese Haltung zu gewinnen muss ich mir \u00fcber meine Ziele klar werden. Ob meine Ziele (meine Werte) mich motivieren, kann ich oft eher am Ergebnis sehen als an einer \u00dcberlegung. Sind die praktischen Dinge, die ich eben genannt habe, in vielen Situationen nicht erreichbar, ist es erlaubt zu fragen ob mir meine Werte nahe sind &#8211; ob ich meinen <strong>Werten<\/strong> wirklich <strong>begegne<\/strong>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8211;&gt; Fortsetzung folgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sprechen ist eine Form der Kommunikation neben anderen. Schnell entsteht die unbewusste Annahme, Gespr\u00e4ch w\u00e4re die Methode der pers\u00f6nlichen Kommunikation schlechthin. Wir wissen aber, dass das nicht so ist. Damit meine ich hier weniger den Umstand, dass Non-verbale Kommunikation bekanntlich &hellip; <a href=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/?p=80\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[6,11,5,12,14,13],"class_list":["post-80","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommunikation","tag-begegnung","tag-der-andere","tag-gespraech","tag-ich","tag-pausen","tag-weniger-ist-mehr"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=80"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":87,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/80\/revisions\/87"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=80"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=80"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/wertbegegnung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=80"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}