{"id":70,"date":"2015-02-19T15:01:48","date_gmt":"2015-02-19T15:01:48","guid":{"rendered":"http:\/\/wertbegegnung.de\/?p=70"},"modified":"2015-03-19T11:07:57","modified_gmt":"2015-03-19T11:07:57","slug":"gedanken-zur-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/wertbegegnung.de\/?p=70","title":{"rendered":"Teil I Gedanken zur Kommunikation"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_67\" style=\"width: 216px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Michel-Stra\u00dfe.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-67\" class=\"size-medium wp-image-67\" src=\"https:\/\/wertbegegnung.de\/wp-content\/uploads\/2015\/02\/Michel-Stra\u00dfe-206x300.jpg\" alt=\"Michel\" width=\"206\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-67\" class=\"wp-caption-text\">Michel<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wert der Kommunikation<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich halte meinen Enkel Michel auf dem Arm. Michel ist einige Monate alt. Ich schaue ihn an und sage: \u201eMichel\u201c. Und dann wieder, in vielen Tonlagen und Varianten, an vielen Tagen immer wieder &#8222;Michel&#8220;. Und nicht nur ich. Auch seine Mutter, Geschwister, Oma\u2019s und Opa\u2019s \u00a0sprechen ihn an:&#8220;Michel&#8220;.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Monate sp\u00e4ter spielen wir zusammen. Das Spiel geht zwischen ihm und mir hin und her. Michel sagt abwechselnd \u201eOpa dran\u201c und \u201eMichel dran\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Er wei\u00df von sich noch kein \u201eIch\u201c. Zuerst ist mein Du, das Du, das andere ihm sagen. Und diese anderen haben \u201eDu = Michel\u201c gesagt. Das Michel eine Person ist haben andere ihm \u201ekommuniziert\u201c. Erst aus diesem ihm von anderen gesagtem, gemeintem, gesehenem wird er mehr und mehr eine eigenst\u00e4ndige Person, eben der Michel. Eines Tages, vielleicht schon in einem Akt der Abstraktion, der Selbstdistanzierung wird er \u201eich\u201c sagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Anfang ist also die Ansprache. Als <em>Name<\/em>, aber immer auch als <em>gemeint sein<\/em>, als gesehen sein, als Objekt der Aufmerksamkeit und des Interesses anderer Menschen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Michel musste gef\u00fcttert werden (aktuell isst er schon allein), gewindelt, gekleidet, gew\u00e4rmt, beh\u00fctet und vieles mehr. Das war n\u00f6tig &#8211; aber niemals h\u00e4tte es ausgereicht. Michel w\u00e4re nie Michel geworden ohne Ansprache.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was auch immer ich einem Menschen ansonsten Gutes tue, wenn ich ihn nie pers\u00f6nlich anspreche, nie ganz meine, werde ich das Eigentliche des Anderen verfehlen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dasjenige Element in der Kommunikation, das auch als <em>Begegnung<\/em> bezeichnet wird, ist das, das durch nichts anderes ersetzt werden kann. So geht es mir im Grunde um diesen Aspekt zuerst und zumeist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuerst will ich mich daran erinnern: Im Gew\u00fchl all der anderen Dinge, die ich mit Sprache, mit Kommunikation bezwecke, erreiche und auch erleide, will ich dem Wichtigen Aufmerksamkeit schenken: Dass ich <em>mich <\/em>dadurch kenne, dass andere mich angesprochen haben, mich gemeint haben. Und genauso: dass ich mein Leben nur dann gewinne, wenn ich in diesen anderen anspreche, meine und ihm begegnen will in seinem ganz Eigenen.\u00a0Nur indem ich mich loslasse, gewinne ich mich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ich will<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun lasse ich also f\u00fcr einen Moment den Zweck der Kommunikation au\u00dfen vor (nicht generell, nur zur Kl\u00e4rung). Was bleibt? Bleibt etwas? Was ist es <em>mir<\/em> wert?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier kommen wir nun zur <em>Wertbegegnung<\/em>. Nur wenn ich diesem Wert in mir begegne und sich dazu ein Gesp\u00fcr einstellt, kann (und wird) daraus eine Motivation erwachsen. Und umgekehrt: Sp\u00fcre ich keine, oder kaum, Kraft zu solch einer Offenheit, Bereitschaft etwas zu tun f\u00fcr diesen Wert, ist er in mir verh\u00fcllt oder versteckt. Genau hier w\u00fcrde die Logotherapie ansetzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wachstum geschieht im (zielgerichteten) \u00dcberwinden von Widerstand. Ich wei\u00df nun, dass ich will. Welcher Widerstand wird sich mir in den Weg stellen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich meine, dies ist in erster Linie das innere Bed\u00fcrfnis nach Kontrolle und Sicherheit. Das Erlernen von Kommunikationstechniken folgt oft unbewusst (oder bewusst) dem Wunsch in einem Gespr\u00e4ch weder dem anderen noch der Gespr\u00e4chsentwicklung ausgeliefert zu sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begegnung beinhaltet jedoch genau dieses \u00d6ffnen und das sich Ausliefern in eine empfangende Begegnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Der erste Schritt &#8211; Raum geben<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Raum, in dem sich ein Gespr\u00e4ch ereignen kann, muss aktiv gegeben werden. Von allein ist er nicht da &#8211; denn ich f\u00fclle ihn mit meinen Erwartungen, Gef\u00fchlen, Zwecken, Vorannahmen und manch anderem.\u00a0 Raum geben bedeutet, sich selbst aktiv anzuhalten.\u00a0 Genau genommen ist der Raum des Gespr\u00e4chs also doch vorhanden &#8211; wird aber durch mich kontinuierlich gef\u00fcllt. Mit dem aktiven &#8222;Raum-geben&#8220; meine ich also wesentlich, das automatische &#8222;Raum-f\u00fcllen&#8220; durch mich aktiv zu stoppen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese aktive Handlung ist der oben genannte Widerstand, den ich \u00fcberwinden muss. Von allein w\u00fcrde ich schnell in die Haltung der \u201eGespr\u00e4chsf\u00fchrung\u201c, des Begr\u00fcndens, Erfragens, bis hin zum Rechtfertigen kommen. Ich vertraue nur mir, was mich angeht. Nun aber wage ich der Situation zu\u00a0 trauen. Dem Unbekannten das geschehen wird, wenn ich dem Anderen Raum lasse.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0&#8212;&#8211; Fortsetzung folgt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wert der Kommunikation Ich halte meinen Enkel Michel auf dem Arm. Michel ist einige Monate alt. Ich schaue ihn an und sage: \u201eMichel\u201c. Und dann wieder, in vielen Tonlagen und Varianten, an vielen Tagen immer wieder &#8222;Michel&#8220;. 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